E.On gibt auf: kein Vertragsverhältnis bei 0 kWh Bezugsstrom

Bezugszaehler Null

Bezugszaehler Null

Leider kam es nicht zu einem Urteil über das Nichtbestehen des Stromliefervertrages, dessen sich Eon wegen des vermeintlichen Standby-Stroms am Wechselrichter berühmt hatte. Ein Urteil hätte schwarz auf weiss Präzedenzcharakter für die vielen anderen gleichgearteten Fälle im Lande haben können. Eon ist dem Urteil aus dem Weg gegangen, indem sie während des schriftlichen Verfahrens klein beigaben. Mit der untenstehenden Erledigungserklärung vom 20.01.2015,

„… Es besteht somit kein Vertragsverhältnis zwischen den Parteien….“

erfüllt der Grundversorger E.On Energie Deutschland mein Klagebegehren auf Feststellung des Nicht-Bestehens eines Vertrages. Damit sind die „Vertragsbestätigungen“, welche E.On mir zugeschickt hatte, hinfällig. Im Gegenzuge habe ich eine „Erledigungserklärung“ abgegeben und das Gericht hat einen Beschluss verkündet. Damit ist der Prozess mit Erfolg beendet.Die Vervierfachung der Messkosten ist damit vom Tisch.

Andere Betroffene haben jetzt gute Chancen, bei E.On Druck zu machen um Forderungen abzuwehren. Mit Erfolg berichtet ein Einspeiser aus dem Wendland von seiner Erfahrung.


 —————-   Schreiben E.ON v. 20.01.2015 ————-

von:
E.ON Energie Deutschland GmbH ■ Steindamm 100 ■ 20099 Hamburg

 

an:
Amtsgericht Syke
Hauptstr. 5 a 28857 Syke

20. Januar 2015

25 C 1107/14; Oxxxxxx ./. EDG
In dem Rechtstreit
Hxxxxx Oxxxxxx    ./.        E.ON Energie Deutschland GmbH

 

konnte der Kläger mittels der als Anlage 2 zum Schriftsatz vom 8. Dezember 2014 überreichten Technischen Daten nachweisen, dass der Wechselrichter der von ihm betriebenen Photovoltaik-Anlage im Ruhezustand keine Energie aus dem Netz der allgemeinen Elektrizitätsversorgung bezieht. Es besteht somit kein Vertragsverhältnis zwischen den Parteien.
Wie bereits bekannt, schließt sich die Beklagte unter Anerkennung ihrer Kostentragungspflicht einer Erledigungserklärung des Klägers an.

eon-schreiben-20-01-2015

E.ON Energie: Nichtbestehen eines Vertragsverhältnisses 20-01-2015

E.ON Energie Deutschland GmbH
In Prozessvollmacht
Pia Braukmann

 

 


 

Anmerkung:

Den Eon-Leuten war zuerst einmal wichtig, dass sie kein Urteil kassieren, sondern dass das Verfahren in der Hauptsache durch Erledigungserklärung beendet wird.
Zwar schreibt Eon, „der Kläger konnte beweisen….“ —- aber natürlich hätte Eon selber den Beweis des von ihnen behaupteten Strombezugs führen müssen, was sie natürlich nicht getan haben. Eon verdreht die Tatsachen, so dass einem schwindlig wird. Aber egal. Auf die Schnauze gefallen sind sie trotzdem.

Beschluss

Amtsgericht Syke, Beschl. v. 05.02.2015, 25 C 1107/14

 

5 Kommentare

  1. Wolfgang Buhrmester

    Hallo, ich habe das gleiche Problem mit E.ON. Mich würden Einzelheiten interessieren. Für den Nachweis, dass die Wechselrichter keinen Strom aus dem Netz verbrauchen, haben dafür die Hersteller- Datenblätter ausgereicht. Oder waren noch andere Nachweise erforderlich? Wenn ja, welche? Mich interessiert auch die prozessuale Erklärung vom 20.01.2015. Können Sie mir Einzelheiten zur Verfügung stellen?
    Vielen Dank.
    Wolfgang Buhrmester

    • hopitz

      Für den Nachweis, dass die Wechselrichter keinen Strom aus dem Netz verbrauchen, haben dafür die Hersteller- Datenblätter ausgereicht.

      Da letztlich EON beweispflichtig gewesen wäre, hätte ich gar nichts vorlegen brauchen. Um die Sache jedoch abzukürzen, hatte ich informationshalber das Blockschaltbild aus dem Herstellerdatenblatt beigefügt. Es ist wie im Supermarkt: wer nichts kauft, der muss auch nicht bezahlen — und normalerweise muss man nicht „beweisen“, dass man nichts gekauft hat. Nicht anders ist das mit Eon. Wenn Eon etwas haben will, dann muss Eon beweisen WARUM sie etwas haben wollen.

      prozessuale Erklärung vom 20.01.2015.

      Die Erklärung bestand nur aus den paar Sätzen am Ende der Seite:
      http://www.aerger-mit-eon-und-avacon.de/e-on-gibt-auf-kein-vertragsverhaeltnis-zwischen-einspeiser-und-grundversorger/
      Damit war die Hauptsache erledigt.

    • Zach Hans

      Hallo Hr. Buhrmester,

      ich würde E.ON bzw. die Bayernwerk AG verklagten, da ich immer einen Grundpreis zahlen muss obwohl mir die Zähler gehören (ich bin Messstellenbetreiber und Messdienstleister). Haben Sie damit auch Erfahrung oder Informationen? Würde mich mit Ihnen bezüglich des Themas austauschen. Meine Telefonnummer: 08507 1841

      mfg
      Zach

      • hopitz

        da ich immer einen Grundpreis zahlen muss obwohl mir die Zähler gehören

        Keine Leistung, kein Geld. — Meine Erfahrung erstreckt sich nur auf den hier dargestellten Fall und beschreibt eine leicht gangbare Methode, um die unberechtigten Forderungen von Eon&Co. im Keim zu ersticken. Wenn Eon nichtmal selber misst, dann erbringt Eon selbstverständlich keine Messdienstleistung und kann auch kein Entgelt fürs Nicht-Messen verlangen. Auch nicht für etwaige bezogene Kilowattstunden, denn der Verwaltungsaufwand für die Berechnung der kWh ist regelmäßig im kWh-Preis enthalten. Also: wenn sich jemand einer Forderung „berühmt“, auf die er keinen Anspruch hat, kann negative Feststellungsklage erhoben werden.

  2. Ulla Keuter

    Ich habe Eon mit einer Feststellungsanklage gedroht und habe nun Bescheid bekommen, dass Eon uns die kompletten Grundgebühren der letzten Jahre überweist.
    Also immer schön am Ball bleiben.

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