Avacon verlangt doppelte Messkosten

Nachdem ich E.On per Klage zum Schweigen gebracht hatte (Amtsgericht Syke, Beschluss vom 05.02.2015, 25 C 1107/14), möchte ich AVACON noch auf Kurs bringen. Denn Avacon handelt widersprüchlich:

1. Avacon hat ja angeblich das Messkosten-Berechnungssystem umgestellt: man würde die Zählerkosten fürderhin an den Grundversorger berechnen, und leider hätte man keinen Einfluss auf die Höhe des Betrages, den der Grundversorger mir in Rechnung stellen würde.
Ich hatte der AVACON daraufhin mitgeteilt, dass ich gar kein Vertragsverhältnis zum Grundversorger habe, und dass ich also zukünftig gar keine Messkosten zahlen würde — ob das denn deren Ernst sei. Ja, haben sie bestätigt, so sei das Gesetz. — Ihr kennt das übliche Geschwafel.

2. Bei meiner Einspeise-Schlussabrechnung 2014 habe ich also keine Messkosten berücksichtigt. Was macht jedoch die AVACON? Zieht mir einfach Messkosten ab!!! Es ist also davon auszugehen, dass sie mich betrügen wollen. Sie berechnen Messkosten an Eon (sie Umstellung des Messverfahrens) UND an mich. Das ist wieder einmal Betrug. Also werde ich als nächstes Projekt dem Netzbetreiber AVACON auf den Zahn fühlen müssen:


—————— Schreiben an Avacon März 2015 ————-

Abs.:  Hxxxxxxxx · Bxxxxxxx  · D-xxxxxxxxx
Avacon AG
Team Einspeiser
Postfach 10 02 32
38202 Salzgitter

Weyhe, 21. März 2015

Vertragskonto 999999990   

I.    Doppelberechnung Messkosten

  • meine Rechnung vom xxxx. Feb. 2015
  • Ihre Abrechnung vom xxx. Februar 2015

Offensichtlich ist Ihnen bei der Begleichung meiner Rechnung ein Fehler unterlaufen. Es liegt der Verdacht nahe, dass Sie die Messkosten i.H.v. 14,20 Euro + MwSt. zu Unrecht erheben.

Mit meiner E-Mail vom 06. Mai 2014 erläuterte ich Ihnen die Konsequenzen Ihrer Umstellung der Berechnungsmodalitäten (Ihr Schreiben v. 04.03.2014 ). Ich legte Ihnen nachvollziehbar dar, dass ich aufgrund der Umstellung  gar kein Messentgelt mehr zu zahlen hätte, denn es besteht meinerseits kein Rechtsverhältnis mit irgendeinem Stromlieferanten/Grundversorger, da meine PV-Anlage gar keinen Strom bezieht.
AVACON folgte meiner Auffassung insoweit, als Avacon mit Schreiben vom 08. Mai 2014 nochmals bestätigte, dass Avacon die Messentgelte künftig dem Grundversorger in Rechnung stellen werde:

 „Wenn wir als Netzbetreiber (Avacon AG) den verbrauchten Strom auf Richtung 1 sowie die veröffentlichten Netznutzungsentgelte Ihrem Stromanbieter nicht in Rechnung stellen, dann würden wir nicht diskriminierungsfrei gegenüber anderen Abnahmestellen handeln.“

(AVACON, Schreiben v. 08.05.2014)

Ich würde deshalb keine Rechnung für Messentgelte von Avacon mehr erhalten.

Da ich entgegen Ihrer aufwändig begründeten Umstellung des Messverfahrens nun doch eine Rechnung über ein Messentgelt i.H.v. 14,20 + MwSt. erhalten habe, liegt der Verdacht nahe, dass Sie die Messentgelte doppelt berechnen:

  • zum einen stellen Sie dem Grundversorger Messentgelte in Rechnung
  • und zum anderen mir.

Bitte begleichen Sie meine Rechnung vollständig ohne Abzug der Messkosten!

 

II.   Erneute Umstellung der Abrechnungsmethode?

Falls Sie hingegen Ihr Messkonzept bei Einspeisern OHNE Bezug (wieder) umgestellt haben und (wieder) die direkte Abrechnung des Messentgeltes vornehmen, bitte ich um schriftliche Bestätigung.

Dann wäre es durchaus legitim, von mir ein Messentgelt in Höhe des gesetzlich gedeckelten Betrags i.H.v. 14,20 + MwSt. zu verlangen.

ALLERDINGS ist mir nicht bekannt, dass Sie Ihr Messkonzept umgestellt hätten. Denn landauf-landab werden NULL-Einspeiser nach wie vor von Ihrer Konzernschwester EON drangsaliert. Ich gehe also davon aus, dass Sie mir gegenüber eine unzulässige Sonderbehandlung durchführen. Deshalb darf ich Sie an Ihre vollmundigen Ausführungen über ein „Diskriminierungsverbot“ erinnern: Auch im positiven Sinne ist es NICHT zulässig zu diskriminieren, d.h. es ist nicht zulässig mich besser zu stellen als andere Einspeiser.

Bitte äußern Sie sich hierzu ausführlich und substantiiert.

 

III.  Stand-by Strom Ihres Zählers

Unter Bezugnahme auf Ihre Ausführungen zum Stand-By Strom, wonach auch minimale Strom- bzw. Energieentnahmen aus dem Netz dazu führten, dass ein Versorgungsvertrag zustande kommt, darf ich Ihnen mitteilen,

dass AVACON Bezugskunde beim Grundversorger ist
und deshalb für den Bezugszähler zu zahlen hat!

AVACON ist Betreiber des Zweirichtungszählers. Der AVACON-Zähler hat einen Stand-By-Verbrauch. Allein die Leuchtdiode mit Vorwiderstand hat einen Energieverbrauch von 0,2 Wh pro Tag. Dieser Verbrauch muss abgerechnet werden, wie Sie mit Ihren Ausführungen über den diskriminierungsfreien Netzzugang dargelegt hatten.
Ein Stromliefervertrag kommt bereits durch konkludentes Handeln zustande, also durch die Entnahme von Strom. Bitte wenden Sie sich an die Vertriebsabteilung von E.On, um einen Stromliefervertrag abzuschließen.

 

IV. Zusammenfassung

Falls Sie hingegen zu der Erkenntnis gelangt sind, dass Ihre Schreiben bzgl. des „diskriminierungsfreien Netzzugangs“ Unsinn gewesen sind, soweit der Einspeiser NULL Strom bezieht, und dass Sie Ihre Schreiben bezüglich der Umstellung des Abrechnungssystem für ungültig erklären möchten, dann senden Sie mir bitte einen schriftlichen Widerruf.

Dann bin ich selbstverständlich zur Zahlung des Messentgeltes i.H.v. 14,20 Euro + MwSt. bereit.

Bitte senden Sie den Widerruf auch an alle Einspeiser in gleich gelagerten Fällen, also bei Bezug = NULL.

Mit freundlichen Grüßen

1 Kommentar

  1. Peter Klingberg

    Ich habe mit Interesse alle Texte gelesen. Dass die Leutdiode des Zählers nachts 0,2 wh verbraucht, kann nicht stimmen, wenn eine Anlage im Zeitraum von 10 Jahren einen Verbrauch von ca. 2 kw anzeigt. Es müßte danach viel mehr sein und es müßte bei allen Zählen automatisch nach den Ausführungen der Avacon ein Vertragsverhältnis zu Stande gekommen sein.
    Meine Überlegungen gehen dahin, daß es Wucher und Betrug ist, Jährlich an die 50 Euro zu verlangen. Zwei KwH zu bezahlen ist kein Thema. Ich werde es vielleicht mit einer Strafanzeige versuchen.
    Mit freundlichen Grüßen Peter Klingberg

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